«WOMAN POWER» – Teil 2 Frau und Mann werden sich nie wirklich verstehen. Sie sprechen zwei Sprachen.

Der grösstmögliche Nenner ist die gemeinsame Spielwiese, konfliktarm voneinander zu lernen. Das ist es auch schon. Dies betrifft den privaten wie den geschäftlichen Spielraum.

Die weibliche und männliche DNA ist eine andere;

Sie ist historisch anders gewachsen mit anderen gesellschaftlichen Vorzeichen und Prioritäten. Bestenfalls kann sie sich ergänzen im Führungsverhalten und sämtlichen erfolgsrelevanten Managementpunkten. Wenn für beide DNA quasi Frei-Räume geschaffen werden, dann kann Mehrwert generiert werden. Durch Anpassung des einen oder andern – auch privat – geschieht nur Endzeitstimmung mit Dauer-Konflikt zumindest eines Partners, nach kurzer Zeit beider.

Die mittlerweile gerne zitierten Studien, wonach der Heterogenitätsfaktor auch den Effizienzfaktor steuert, belegen dies eindrücklich. Je heterogener Teams sind, desto kreativer und innovativer tragen sie zum Leistungsprimat bei. Unter den hier skizzierten Voraussetzungen.

Eine weitere These, die auch in der Schweiz zu Diskussionen führte, mag auch eine weibliche DNA sein, die ganz brachial materielle und hierarchische Positionierung in der Wahl des potentiellen Versorgers vor jede Mündigkeit stellt und deshalb potente Männer jedes Alters und Aussehens wählen lässt. Und genau diese Männer fallen aus dem Beuteschema der Managerinnen.

Sie wählen mit Verlauf lieber solche Männer, die ihnen wenigstens ebenbürtig oder aber sicher nicht übermächtig werden können. Emanzipation trifft Tradition. In einer eher traditionell gestalteten Gesellschaft wird also die Luft für Partnerwahl dünn für Managerinnen. Dass dazu diese Tendenz des Erstbesten im Beuteschema kommt, reisst die Erfolgsaussicht auf nachhaltiges Liebes- und Partnerschaftsglück vom durchschnittlichen Dauersockel und verkürzt dramatisch.

Keine guten Nachrichten und die Frage, was tun, bleibt.

So schreibt Roger Köppel etwa, der streitbare Schweizer Verleger, provokativ in einem seiner Editorials brachial:

«Männer müssen Frauen lieben, Frauen müssen Männer zivilisieren. So lautet seit Jahrtausenden ungefähr die Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern. Männer kämpfen offen im Wettbewerb, territorial herausgefordert durch Rivalen, die ihren Platz erobern wollen. Frauen wirken auf Umwegen, verschlungen durch den Einfluss, den sie auf Männer ausüben.

Berühmte Feldherren haben alles stehen- und liegenlassen, weil ihnen die Angebetete davonsegelte. Kriege sind entfesselt worden wegen Frauen. Der Mann ist ein simpel gestricktes Tier. Er reagiert auf Primärreize und knurrt und schlägt zurück, wenn man ihn angreift. Frauen beherrschen die Kunst der indirekten Konfliktaustragung. Sie spüren Konstellationen, die sie zu raffinierten Manövern verleiten. Frauen empfinden die Wirklichkeit. Männer analysieren sie nur.

Frauen sind wie Königinnen. Sie steigen nicht selber in den Kampf. Sie halten sich zurück. Sie regen an, sie inspirieren, verführen, intrigieren, manchmal treiben sie an; teile und herrsche. Sie geben dem Mann Befehle, manchmal dezent, manchmal weniger. Widerstand wird mit Liebesentzug bestraft. Auf Dauer hält das kein Mann aus. Also gehorcht er. Oder er flieht zu einer anderen Frau, die ihn subtiler beherrscht.

Das sind keine wertenden Aussagen, sondern nüchterne Beschreibungen der Realität. Jedes Geschlecht hat seine Vor- und Nachteile. Männer beeindrucken durch das, was sie oder was ihre Vorfahren erreicht haben. Frauen beeindrucken durch das, was sie sind. Schönheit ist ihr Kapital, und die Natur ist nicht gerecht. Keine Kraft ist grösser als die Macht der weiblichen Schönheit. Diese Macht prallt mit voller Wucht auf den Mann. Der schwach ist. Die Schwäche der Frau: ihre Überempfindlichkeit. Sie nimmt das Leben zu persönlich.

Schwierig wird es, wenn die Frau nach vorne tritt. Männer ertragen es schlecht, wenn Frauen frontal das Kommando übernehmen. Frauen haben ebenfalls Mühe, andere Frauen in überlegenen Positionen zu sehen. Die Frau in der Führung weckt stärkere Gegenkräfte als der Mann in gleicher Position. Das ist interessant, aber es ist so. Was man dem Mann als der Funktion angemessenes Imponierverhalten zur Herstellung von Charisma durchgehen lässt, kristallisiert sich bei der Frau zum Vorwurf, sie sei «kalt», «unmenschlich», eine ­«Lady aus Eisen» oder aus Eis. Frauen, die in Politik oder Beruf eine Führungsrolle übernehmen, zahlen einen höheren Preis als Männer. Darum werden Frauen selten Chefs.

Es folgt eine unangenehme Wahrheit. Wer sie nicht hören will, sollte nicht weiterlesen: Männer, die beruflich Karriere machen, werden sexuell attraktiver. Frauen, die im Beruf aufsteigen, werden sexuell weniger attraktiv. Das schreibt der Philosoph Peter Singer. Er hat recht. Wenn wir das Leben als Urtrieb zur Fortschreibung der DNA betrachten, dann erhalten alle menschlichen Handlungen erst in Bezug auf dieses Ziel ihren Sinn. Der Mann macht nicht Karriere, weil er will, sondern weil er muss, um eine Frau zu finden. Die Frau macht Karriere, weil sie will. Wer muss, strengt sich mehr an.

Die Frauen sind die unbestechliche Jury, vor welcher der Mann das Drama seiner Existenz aufführt. Seine Handlungen und seine Unterlassungen bleiben darauf abgezirkelt, die grösstmögliche Zustimmung einer grösstmöglichen Zahl von Frauen zu finden. Ohne dieses streng richtende Publikum fiele es dem Mann schwer, am Morgen aufzustehen. Zu kreativen Leistungen wäre er schon gar nicht in der Lage. Gäbe es die Frauen nicht, es gäbe weder Weltreiche noch kulturelle Meisterwerke. Ohne die Möglichkeit, die Frauen zu beeindrucken, wäre der Mann nie aus der Ur-Höhle gekrochen, in die er von Gott geworfen wurde.

Zwischen den Geschlechtern kann es nie Übereinstimmung und schon gar keine Harmonie geben. Das Missverständnis ist der Dauerzustand, der das Zusammenleben von Mann und Frau erst interessant und sinnvoll macht. Die Frau ist für den Mann das eigene Rätsel in Gestalt. Sie ist die ihm gestellte Aufgabe, die er niemals löst. Auf dem Weg seines Scheiterns, die Frau zu verstehen, erkennt er immerhin sich selbst. Diesen Prozess fortschreitender Erkenntnis, die nicht an ihr Ende kommt, aber eine Verfeinerung der Sitten bringt, nennen wir Zivilisation.

Genauso wenig, wie es im christlichen Sinn Erlösung auf Erden geben kann, gibt es harmonische Beziehungen zwischen Mann und Frau.» (aus: Editorial: Frau und Mann | Die Weltwoche, Ausgabe 40/2013).

So spricht ein Mann, der wohl in einigen seiner Provokationen nicht ganz falsch liegt. Jedenfalls habe ich diese Gedanken nach ersten Entrüstungen immerhin heute noch zur Hand und gedenke diese mit meiner These zu verbinden;

Was lernen wir daraus? Frauen, die auf Partnersuche gehen sollten, müssen dies systematisch tun. Mit kühlem Kopf und professionellem Blick sind erfolgsrelevante Charakteristika ihres künftigen Buddys zu evaluieren und schriftlich festzuhalten; sodann stellt sich die Frage, welche Wege der Rekrutierung am effizientesten sind.

Es wird ein Weg sein, der sich mit Systematik und professionellem Blick ans Werk macht und sich dafür auch gebührende Zeitfenster reserviert, wohlweislich wissend, dass der Weg lange und beschwerlich sein könnte.  Ohne wenn und aber dürfen die zur Managerin so schwer passenden Clichés der grossen Liebe verabschiedet werden; nur selten gibt es solche Matches, die auch im beruflichen Umfeld geschehen und vielmehr dem blinden Huhn, das ein Korn findet, gerecht werden, als der klugen und selbstverantwortlichen Frau, die weiss, was ihr Herz braucht, die sucht, was ihr gut tut, und die genügend Schnauf hat, lieber einen Triathlon hinzulegen als vermehrt durch Scheidungen hindurchzugehen. Und dabei zu leiden.

Was tun? Der atemlosen Managerin rate ich zu Atempausen. Zur Wiederentdeckung eines Phänomens, das erfolgreiche Frauen langfristig niemals ganz aufgeben dürfen: des Wahrnehmens ihrer Bedürfnisse, der Zeit für sich selber, festen Einträgen im Outlook als «Meetings mit sich selbst» und festen Off-line-Zeiten. Alles andere führt zum Ausbrennen.

Frauen stellen sich tendenziell ganz hinten an, wenn es um ihre Selbstfürsorge geht. Selbstvergessen verlieren sie das gesunde Mass für sich selber. Äusserlich gepflegt, perfekt gestylt, adrett angezogen – wie es der  Business Knigge vormacht – fehlt ihnen das Wichtigste: Schlaf in ausgedehnten Runden, statt Stress im Fitnessstudio lieber eine Stunde mehr Schlaf, die heisse Mahlzeit am Mittag, der wohltuende Kurzschlaf am Mittag, die mindestens zwei Liter Wasser am Tag, weniger Kaffee und weitere Suchtmittel, die ganz einfach am eigenen Leben und dessen Qualität zehren.

Das Mass aller Dinge muss Frau sich selber sein.

Erst dies macht es möglich, den Partner an ihrer Seite zu haben, der dies wiederspiegelt, was sie sich selber schenkt. Beauty and Beast-Konstellationen mögen oft auch komplementär angelegte Spiegelbilder sein, die perfekt zeigen, was im eigenen Leben noch nicht perfekt ist. Fürsorge und Frau sein beginnt bei ihr selber. Wie oft erlebe ich Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs, die ganze Nächte durcharbeiten und ihre Dauerbereitschaft als 24-Stundenfrau schon tendenziell masochistisch feiern. Je müder, je besser. Je erschöpfter, desto fühlbarer. Ausgebrannt-Sein ist leider zu salonfähig, um es gezielt zu verhindern. Auf den Punkt gebracht:

(Dr. Sonja A. Buholzer. Woman Power): «Zur Einsamkeit vieler Karrierefrauen gibt es unzählige Publikationen. Sie suggerieren eine weibliche Einseitigkeit im Single Dasein und vergessen dabei, wie einsam auch die häufigere Zweisamkeit von Karrieremännern ist, die in einem Kokon von Hierarchiespitze gut abgeschirmt gegen den Rest der Welt oft noch viel einsamer sind, nicht selten verzweifelt einsam und die Synapsen zum ganz normalen Alltag „da unten“ kaum mehr finden, nicht selten auch deshalb, weil die Belastungen zu gross, die Zeit zu knapp und die Energie zu klein dazu ist. Die Ehefrauen im alten Modell des „Zuhause-Seins“ sind entfremdet, Kinder oft auch. Doch immerhin ist der infrastrukturelle Back-up organisiert und der entlastet für die Aufgaben im Geschäft, und zwar existentiell, wie auch die Chefsekretärin. Dies muss hier einfach erwähnt werden, um kein falsches Bild zu zeichnen. Zweisamkeit heisst nicht immer nicht-Einsamkeit und diese kann, wenn sie gekonnt gelebt wird, durchaus virtuose Züge haben unter dem Label „Umgang mit Freiheit.“ 

Doch lesen wir dazu einen Auszug aus dem Leitartikel von Michael Stürmer zum Thema „Warum so viele Karrierefrauen keinen Partner finden“:

„… es gibt keine Frau von 40 Jahren- der viel gelesene, doch bei der königlichen Zensurbehörde ob seines Witzes schlecht angesehene Journalist Louis-Sébastien Mercier schrieb solches anno 1780 in seinem “Tableau de Paris”. Er beobachtete, was bis heute nicht an Geltung verloren hat: Der 39. Geburtstag wird, gegen allen Zahlenzwang, mehrfach gefeiert, bis eines Tages eine würdige Matrone ihre Freundinnen zum 70. einlädt.“

Heute ist alles anders, außer der biologischen Uhr. Noch immer möchten die Menschen, Frauen mehr als Männer, die Uhr anhalten. Doch die Zeit bleibt davon nicht stehen. Die Optionen werden enger, die Frage der Identität heischt Antwort. Man muss sich entscheiden zwischen spätem Familienglück oder weiterem Aufstieg in die Gipfelregionen des Managements – beides bleibt eine Rechnung, mit Unsicherheiten behaftet, die nur selten aufgeht. Das Familienglück ist nicht garantiert, die Scheidungsquote beängstigend, doch auch die Karriere gibt es nicht ohne ihren Preis. Das Familienglück aber erfordert den Partner, mit oder ohne Trauschein, und das wird mit zunehmendem Alter, wachsender Unabhängigkeit und Lust an Selbstbestimmung nicht leichter. Souveränität aufzugeben will lange bedacht sein – manchmal zu lange. Wenn man aber erst einmal ein paar Jahre lang niemanden um Rat zu fragen hatte, dann wird solches zur selbstverständlichen Gewohnheit.

Die Löwin wird einsam, weil es an Löwen fehlt, speziell solchen, die im Multitasking auch als Kuscheltier verwendbar sind und die es mit ihresgleichen aufzunehmen wissen.

Die modernen Männer, zumeist gelernte Softies, sind zwar in der Küche nützlich, fühlen sich aber überfordert, wenn es darum geht, eine Schulter zum verstohlenen Ausweinen zu bieten. Moderne Machos aber sind erst recht ein Auslaufmodell, ungeeignet als Frauenflüsterer. Die Karrierefrau verschreckt die meisten Männer schon durch ihre Existenz.

Freiheit hat ihren Preis. Erste emotionale Gefühlsauszehrung setzt ein, Freundinnen und Schwestern, die Kinder in die Welt setzen, provozieren Zweifel und Selbstzweifel. Man soll mit dem Begriff des Tragischen behutsam umgehen. Doch die Tragik der Sache liegt darin, dass der Weg zur Spitze steil ist und, je höher er geht, einsam macht, während doch das Leben mit der Familie entgegengesetzte Eigenschaften erfordert: Zuwendung, Geduld, Selbstbescheidung – übrigens auch im Punkt der Bezahlung. Es sind speziell die Erfolgstypen unter den jungen Frauen, weniger die Männer ihrer Altersgruppe, denen Unmögliches abverlangt wird.

Amerika erlaubt wieder einmal, ein Fenster auf die Zukunft zu öffnen. Das Pew Research Center, Amerikas Allensbach, hat die moderne Frau als Täter und Opfer in einem langfristigen Rollenwechsel ausgemacht. In der Generation zwischen 30 und 44 haben erstmals mehr Frauen als Männer College-Erziehung. (…) Die Konsequenz: Männer müssen sich auf Frauen einstellen, die besser gebildet und höher bezahlt sind als sie selbst. Das Umgekehrte gilt für Frauen. Seit den 1970er-Jahren ist das Einkommen von Frauen schneller gestiegen als das von Männern, und die jüngste Rezession hat mehr Männern als Frauen in Amerika den Job gekostet.

Männer sind die Verlierer. Aber Frauen auch. Das Pew Team zitiert eine 35-jährige Hochschulabsolventin mit den Worten: “Gleich aus welcher ethnischen Gruppe, Männer finden es immer ein bisschen beängstigend, intelligenten Frauen zu begegnen. Geld spielt eine Rolle. Für mich aber geht es vor allem um Kompatibilität. Die Frage lautet: Kannst du mit mir wachsen? Oder, wie eine Freundin von mir fragt, wenn sie zum ersten Mal mit einem Mann eine Verabredung hat: Haben Sie einen Reisepass oder eine Bibliothekskarte?” Männer, so die Erfahrung vieler Frauen, scheuen die Anstrengung mit einer weltgewandten Frau. (…) Was ironisch klingt, verbirgt viel Schicksal.“[1]

Eine pointierte Zusammenfassung weiterer Facetten, die anregen; Das Bild der Löwin, die den Löwen sucht. Einen, der auch als Partner mit Gefühlstiefe dient. Der sie versteht, ihre Sprache übersetzt, den ihre Stärke und Autonomie fasziniert, der ihrer Macht und Intelligenz die seine entgegensetzt, der nicht rivalisiert sondern seine Stärken in die ihren integriert und – der sowohl über den Reisepass wie eine eigene Bibliotheke verfügt. Solche Männer sind selten. Doch es gibt sie. Sie müssen mit System evaluiert und geprüft werden, bevor sich Frau bindet. Glück in der Gipfelregion des Managements baut besser auf zwei denn auf eine Schulter. Alles andere ist ein Klumpenrisiko. Denn zerbricht die weibliche Karriere, zerbrechen ganze Leben. Da ist nichts mehr, was auffängt. Kein Partner, keine Kinder, kaum Hobbies, wenige Freunde, kein Selbstvertrauen, zerplatzte Träume und unendliche Verletzungen. Kluge Karrierefrauen planen kluge Optionen mit und ohne Partner, Kinder – aber niemals ohne Back-ups.

Und schliesslich noch ganz wichtig: Frauen, die hervorragend ausgebildet und auf dem Weg der Karriere sind, finden kaum noch Zeit, einen solchen Partner zu suchen; sie fokussieren zu einseitig auf Karriere, nehmen Rücksicht und verzichten auf Liebeserfahrungen wegen ihrer Karriere, sie pflegen bestehende Beziehungen zu wenig wegen Karriere und- machen hier die gleichen Fehler wie männliche Pendants: sie sind, bleiben oder werden Single, weil sie die Waagschalen zwischen Karriere und Beziehungsglück mit einem Partner nicht im Griff hatten. Der Unterschied zum Mann: Er wird sofort eine neue Partnerin suchen und hat vielleicht sogar das Glück, dass die alten Partnerin bleibt oder zurückkommt, weil er mit völlig andern Augen von ihr gesehen wird als umgekehrt: er ist dank seiner Karriere attraktiv. Sie bestenfalls  – TROTZ ihrer Karriere.

Und so wird sie wesentlich umfassender und engmaschiger auf Partnersuche oder Resignationskurs gehen, etwa nach dem Motto: lieber zu früh damit begonnen, als zu spät. Zumal im Falle eines Kinderwunsches die biologische Uhr auch noch im Ohr tickt. 

Umgang mit Liebesenden

Und jene Frauen, die sich in einer Beziehung befinden, die sie unglücklich macht, die Kraftreserven aufbraucht, die den Geruch des Endes haben, die nur mit Müh und Not noch aufrechterhalten wird – machen eine Reife-Erfahrung, die ich schon in meinen früheren Büchern als eine der wesentlichsten im Leben einer Frau (und vielleicht auch eines Mannes) bezeichnete. Trennungen, Scheidungen, sie alle verursachen Leid. Leid ist Schmerz, Grenzerfahrung, wirft zurück auf wesentliche Fragen der eigenen Existenz. Leid, beim Verlust des Partners, verursacht Verletzungen, die alle alten Wunden von der Kindheit bis heute mitreissen können. Nicht selten verarbeiten dies Frauen anders als Männer. Während letztere zu arbeitsfanatischen Workaholics werden, setzen sich Frauen tendenziell intensiver und mutiger damit auseinander. Sie stellen sich den Gefühlen, lassen sich von ihnen in Wellentäler tragen, in Tränenozeane und verzweifelte Zeiten des totalen Zweifelns an allem. Sie kaschieren und verdrängen wohl weniger, als es dies Männer tun. Dies mag auch im Geschäftsleben spürbarer sein, in der Tat. Doch der Phönix aus der Asche, der nach überstandener Trauer und Depression emporfliegt, ist ein starker, ein weiser, ein geläuteter mit klarerem Blick für das Wesentliche des Lebens. Diese Frauen legen zu, an Weiblichkeit. An Autonomie. An Selbst-Bewusstsein. Nicht selten auch deshalb, weil ihnen Meditation, Yoga und weitere extensivere Instrumente der Verarbeitung solcher Verletzungen helfen. Wachstum ist alles. Und im Wachstum erwachsen – Frauen zu ihrem inneren Kern, ihrer Geschichte, ihrer Kraft. Hier ist „Leadership“ weiblich. Echt und in sich ruhend. Frauen – und Männer – die sich tiefen, existentiellen Schmerzerfahrungen widmen, sie durchleben, bewusst und mutig, finden darin Momente der Ein-Sichten in die tieferen Lebenszusammenhänge, von denen schon Goethes Faust sprach. Intro-Spektionen in das, was die „Welt im Innersten zusammenhält“ – wird im mutigen Jasagen zum Du und der damit verbundenen Verletzbarkeit erst möglich. Ich und Du – Martin Bubers Standardwerk – ist die Verbindung, die Nabelschnur zum ewig Seienden in der Liebe. Wird Liebe verletzt, entsteht die Wunde, die durchlässig macht für deren Botschaften. Und gerade deshalb ist auch Schmerzerfahrung wichtig.

Ganz einfach ausgedrückt habe ich dies in einem Ausschnitt meines Bestsellers Frauenzeit wie folgt:

Sonja A. Buholzer: «Ganz egal, ob Sie sich mit dem Gedanken einer Scheidung oder Trennung befassen, ob Sie in Scheidung sind oder gerade geschieden wurden, ob Sie innerlich erst Ihrem Ex-Liebsten aufgekündigt oder ihn bereits verlassen haben: 

Sie sind auf dem Weg. Und das ist gut so. Sprechen Sie nur mit Menschen über diese Grenzerfahrung, die sie selbst gemacht haben. Gehen Sie bewusst durch die Tausend Tode Ihres Wachstumsprozesses und freuen Sie sich darüber, dass Sie mit jedem Tod als Phoenix aus der Asche der eigenen seelischen Dunkelkammern fliegen: Schöner, wacher, weiser und reifer denn je.» In vielen Coaching-Gesprächen erstarken Menschen mit disruptiven Erfahrungen und sind erst jetzt in der Lage, den nächsten Quantensprung in Karriere und persönlicher Reifung zu tun. Dafür lohnt es sich, niemals zu kapitulieren.

Liebe muss immer wieder eine Chance bekommen.

Der weibliche Phönix aus der Asche kann es sich leisten, erneut verletzt und verwundet zu werden. Erneut zu genesen und der Liebe erneut eine Chance zu geben, wenn es wieder nicht klappt. Wer aber aufgibt, gibt die Liebe und damit den Lebenssinn auf. Gibt sich selbst auf und seine vielen Chancen im Leben, Liebe immer wieder zu finden. Ich wünsche mir so viele Frauen mehr, die nicht resignieren. Die sich von Liebesdingen eben nicht abwenden, sondern erkennen, dass sie ohne Liebe nur Facetten ihres Lebens als Frau leben, anstelle eines vollen, satten, farbenreichen, intensiv geprägten Lebens von Frausein und Karriere. Von Partner, Mutter, Ehefrau, Geliebter, von Tochter und Buddy, von Kameradin und Seelenpartnerin, von Chefin und unzähligen weiteren weiblichen Szenarien geprägt.

Leben muss satt gelebt werden, sonst zerrinnen die Jahre zwischen den Fingern.

Das braucht ungeheuer viel Mut und Beständigkeit, Beharrlichkeit und dem Willen, immer wieder aufzustehen und sich dem Leben und Schicksal mutig zu stellen. Das ist gelebtes Leben.

Und nur dieses kann FRAUSEIN UND KARRIERE zu einem Ganzen machen, das auch viel Glück und Reifung schenkt.

Der vorliegende Blog und die Konklusionen basieren auf Dr. Sonja A. Buholzers Buch: WOMAN POWER. Orell Füssli, 2014, ergänzt, überarbeitet und aktualisiert. All rights reserved.

Dr. phil. Sonja A. Buholzer, M.A.

  • Frühere Ausbildungschefin/ Mitglied Direktion Bank.
  • Doktor der Philosophie (Universität Zürich), M.A. Master of Arts (State University New York), Management-Weiterbildung an der Universität Zürich/ permanente Leadership-Weiterbildungen von Wolfsberg bis USA.
  • Sonja A. Buholzer ist seit 1994 Gründerin und Inhaberin der international tätigen Wirtschafts- und Unternehmensberatung VESTALIA VISION in Zürich.
  • Persönliche Beraterin / langjährige Sparring-Partnerin namhafter internationaler Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft/ Politik im In- und Ausland. Persönlicher Coach auch zahlreicher Managerinnen, JungunternehmerInnen und nationaler Familienkonzerne im Prozess des Generationenwechsels.
  • Wirtschafts-Referentin/ Keynote-Sprecherin/ Teilnehmerin Panel- und Podiumsdiskussionen/ Moderatorin von Wirtschafts-Veranstaltungen und -Kongressen im In- und Ausland.
  • Autorin von zehn Bestsellern/Managementbüchern, darunter Bestseller wie SHARK LEADERSHIP, die in China und Norwegen erschienen, Nomination für den Deutschen Hörbuchpreis von SOLANGE DU LIEBST und etlichen Lizenzausgaben, darunter auch Hörbücher und Pocket Guides.  
  • Früher leitete sie u.a. die internationale Ausbildung einer Grossbank, später die Gesamtausbildung einer andern Schweizer Bank und war damals eine der jüngsten (und wenigen) Frauen in den Bankdirektionsetagen, Mitglied der Geschäftsleitung/  Verwaltungsrätin diverser Unternehmen. Gerade deshalb berät und coacht sie auch mit viel Herzblut zahlreiche Unternehmerinnen und Frauen in weltweiten Managementpositionen bis hin zu exklusiven Female Executive Placements und Diversity-Programmen.

Ausbildung / Werdegang / Engagements

Studium der Literaturwissenschaft, Philosophie, Literaturkritik und Geschichte an der Universität Zürich, 1987 Promotion zur Dr. phil., 1984-1985 wissenschaftliche Assistentin und Lehrbeauftragte an der State University of New York, 1985 Master of Arts (M.A.), Management-Weiterbildung an der Universität Zürich.

Dr. Sonja A. Buholzer ist Trägerin des Paul Harris Fellow. Sie war Rotary-Präsidentin und mehrjähriges Vorstandsmitglied, vieljährige Elektorin des Unternehmerinnen-Preises Schweiz.

Heute ist sie nebenbei auch Stiftungsrätin in ethisch-nachhaltigen Organisationen und engagiert für Frauen im Management.

Dr. Sonja A. Buholzer ist brevetierte Tauch-Instruktorin und ausgebildete Haitaucherin mit Hunderten von Haitauchgängen, über deren Begegnungen sie in zwei Managementbüchern den Transfer zum Verhalten über Wasser macht. Die Begegnungen mit Haien, das Studium ihrer territorialen Verhaltensweisen und Angriff- und Verteidigungsstrategien sind immer wieder Gegenstand von Coaching-Gesprächen.

Sonja A. Buholzer lebt in Zürich und ist als Executive Coach und Referentin weltweit tätig. Zudem ist sie Keynote Speakerin und Moderatorin von Wirtschafts- und Politanlässen.


[1] Leitartikel von Michael Stürmer, „Die Einsamkeit der Karrierefrau“, in :  Die Welt, 30.01.2010.

«WOMAN POWER» – Teil 1 Warum Managerinnen mehr Zeit dafür investieren, den richtigen Mitarbeiter zu finden, als den eigenen Mann

Ich frage mich manchmal, ob Männer und Frauen wirklich zueinander passen. Vielleicht sollten sie einfach nebeneinander wohnen und sich nur ab und zu besuchen.”

Katherine Hepburn (1907-2003), amerikanische Schauspielerin

“Du hast Selbstbewusstsein und Einkommen, bist Chefin deines eigenen Ladens, reist um die ganze Welt und kannst für dich selber sorgen. Welcher Mann soll das mögen?”

Zitat einer Unternehmerin

Dr. Sonja A. Buholzer: «Ich habe da eine These…; eine grosse Zahl von Managerinnen haben entweder keinen Partner oder den komplett falschen Partner an ihrer Seite. Grund: Sie verwenden viel mehr Zeit, Herz und Energie damit, den richtigen neuen Mitarbeiter oder Vorgesetzten zu finden, als den Buddy, Vertrauten, Freund und Partner.»

Wie kann es sein, dass Heerscharen von Beziehungswünschen so selten Sender und Empfänger finden, die passen? Wie kann es sein, dass die schönsten Frauen an ihrer Seite keinen oder aber einen seltsam bizarren männlichen Zeitgenossen ausführen. Dass umgekehrt die seltsamsten männlichen Exemplare die hübschesten Begleiterinnen finden, die auch dann noch bleiben, wenn er kaum noch präsentierbar ist? Die Liebe macht es, mögen die Optimistischen hier antworten. Das Mitleid, die Pessimisten. Ich meine: eine Vielzahl von Gründen machen die Mixtur mitunter unappetitlich und zu abenteuerlich, um Beständigkeit zu haben.

Hierzu der Auszug aus einem Interview meines Buches «Woman Power» mit einer jungen Managerin, die gerade eine Beziehung beendet hat. Sie ist traurig und gleichsam erleichtert, da sie die Langeweile des Alltags belastet hatte und sie nun ein neues Kapitel begonnen hat. Ihre Beziehung stammte aus der Studentenzeit, mangels Interesse und Zeit blieb sie in dieser Beziehung stecken, nun zieht sie Konklusionen. Seit Erscheinen des Buches vor einigen Jahren stelle ich fest, dass sich die Entwicklung von Partnerschaften zwischen gebildeten und karriere-orientierten Frauen und Männern noch komplexer gestaltet hat und die Resignation auf beiden Seiten verstärkt hat. Arbeit lenkt ab. Vielleicht ist dies ein guter Zeitpunkt, um darüber zu reflektieren?

Dr. Sonja A. Buholzer: «Sie sind eine der wenigen Unternehmerinnen, die alles im Griff hat und von Erfolg gekrönt sind. Dennoch scheinen Sie den privaten Erfolg nicht wirklich fokussiert zu haben, im Gegenteil zu Ihren geschäftlichen Zielen. Was folgern Sie daraus, welche Konklusion ziehen Sie daraus?»

«Ich glaube, es ist wichtig, Frauen die Message mitzugeben, dass die Evaluation des eigenen Partners mindestens so viel Zeit beanspruchen darf, wie die eines Mitarbeiters. «

Dr. Sonja A. Buholzer: «… die funktionierende Frau, die sich selbst und ihre Bedürfnisse vergisst…?»

«… Und dass es einfach auch einen freien Kopf für sich selbst bedeutet.Und dass es doppelt so wichtig ist, die eigenen Bedürfnisse immer wieder anzudocken und zu sehen, was diese machen. Ich habe im Verlaufe der Jahre ganz einfach vergessen, dass ich eine Frau bin mit Bedürfnissen einer Frau. Bin mir irgendwie selbst abhanden gekommen und habe funktioniert. Wie ein super leistungsfähiger Computer mit Docking-Station. Wer immer nur im Kopf ist, kann das Gefühl und das Herz nicht verlieren, aber deren Anschluss verpassen. Am Schluss habe ich nichts mehr geniessen können, war dauergestresst, habe dies gefühlt, doch hatte keine Zeit und Musse, mich auch damit noch zu beschäftigen. Oft fiel ich einfach halb tot ins Bett abends und wollte nur noch schlafen. Immer stärker überfiel mich diese bleierne Schwere, nicht selten gepaart mit einer gewissen Ratlosigkeit.»

Dr. Sonja A. Buholzer: «Aus meinen Coaching-Gesprächen sind Sie die leider bald repräsentative Frau, die im Geschäft für alles eine Lösung hat, sich selbst dabei vergisst und am Ende eines langen Arbeitstages nur noch etwas wünscht…, Ruhe und Schlaf? Und dennoch fehlt etwas, so etwas wie Geborgenheit und Liebe?»

«Tja… oft hätte mir wohl ein Partner nicht geschadet, der mich in den Arm genommen hätte anstelle einer weiteren Ladung Probleme aus seinem Alltag…; «

Dr. Sonja A. Buholzer: «Es gibt sicher Ausnahmen; ich erlebe jedoch, dass gerade Frauen in diesem Leistungsmodus viel Wärme, Fürsorge und Liebe vermissen, die den Akku rascher laden lassen inmitten von digitaler Verfügbarkeit und wachsenden Anforderungen. Oder dass hier wenigstens jemand ist, der sie im Dauer-Leistungsmodus liebevoll stoppt.»

Die meisten Männer machen den Fehler, sich beleidigt zurückzuziehen oder es auf sich selbst zu beziehen, nicht zu genügen. Eine komplexe Reaktion auf eine simple Ausgangslage. Und nicht besonders intelligent.

Dr. Sonja A. Buholzer: «Die letzte Trennung hat bei Ihnen heftige Reaktionen ausgelöst. Welche Gefühle sind jetzt am stärksten dabei?»

«… Momentan ist es eine Erleichterung, auch ein wenig Leere; ein wenig fühle ich mich wie Cinderella in Nadelstreifen. Das kleine Mädchen, das in den Arm genommen werden möchte. Da ist aber auch der Drang nach Freiheit.»

Dr. Sonja A. Buholzer: «Es scheint ein Konflikt zu sein, dass sich Managerinnen gerne schwache Schultern suchen, die dann einbrechen.

Gerade hier sind jene Männer, Partner wichtig, die liebevoll contra geben und den Ausgleich herstellen, der abhanden kam. Das sind aber starke Männer mit solidem Ego, mit starker Schulter und fürsorglichem Charakter. In diesem Zustand sind Frauen darauf angewiesen, dass er für sie da ist und mit viel Selbstbewusstsein Beziehungsarbeit leistet für die Partnerin, die er liebt, die er schätzt, für die er jetzt da ist.»

Und hier entsteht wohl auch der Grundlagenirrtum: Starke Karrierefrau braucht niemanden. Tendenziell zu kurz gegriffen!

Sie „braucht“ keinen Mann, sondern wünscht sich einen Mann; wenn aber, dann einen, der den Kompass trägt und ihr den Weg ausleuchtet, wo sie ihre Kraft tanken kann, sich selbst angenommen fühlt, und er für sie da ist. Sicherlich nicht jemanden, der sie erst recht in die Ecke drängt der Vorwürfe, nicht genug Zeit für ihn zu haben.

Der aber auch nicht dominiert, alte Rollenmuster vorlebt und auch nur ansatzweise Macho-Verhalten zeigt.

Solche Männertypen können mit starken und autonomen Frauen nicht kompatibel sein. Es geht nicht. Sie haben solche Frauen schon verloren, bevor eine Romanze überhaupt beginnen kann. Starke Frauen brauchen Buddies durch dick und dünn, die absolut loyal sind, die im Bedarfsfall erreichbar sind. Männer, die autonom und doch bindungsfähig sind, männlich und empathisch.

Dr. Sonja A. Buholzer: «Welche Bedürfnisse habe ich vergessen?»

«… das Gefühl, nicht kämpfen zu müssen. Sich der Leichtigkeit eines authentischen Seins überlassen zu dürfen und ganz Ich zu sein, ohne mich verteidigen zu müssen, nicht einmal erklären zu müssen. Diese Leichtigkeit des Seins, mit Humor, Lachen, Tanzen, Reisen und Spontaneität des Moments möchte ich teilen, sonst lasse ich es lieber.»

Ich bin berührt von diesen Bildern. Starke Frau ganz echt, ganz weich, ganz verletzlich, und – ganz stark verletzt. Frauen in dieser Stärke ihrer Gefühle sind unglaublich ambivalent. Komplex und schwer verständlich. Schon gar nicht für einen einfach gestrickten Mann, denke ich.

Wenn Frauen unter Karriere-Strom stehen, ist alles dabei. Kopf, Herz, Seele, Körper; da ist kaum mehr Platz für einen Mann.

Frauen verausgaben sich, gefährlicher Totaleinsatz ist Norm. Abends sind sie oft so erschöpft, dass sie kaum noch Zeit für Musse haben. Für ein warmes Essen. Für gemütliche Gespräche und Einladungen, Anlässe, Freundestreffen.

Frauen unter Dauerstrom haben nur das Thema Karriere. Es ist das Herzstück und das ein und alles. In diesem dauerhaften Ausnahmezustand wird Partnerschaft zur Belastung. Hier will auch noch jemand etwas von ihr. Zeit, Worte, die für den Tag erschöpft sind, womöglich noch Empathie und geduldiges Zuhören, womöglich sogar noch einen Ratschlag. Sicher aber Zuwendung und Nähe.

Die ausgepowerte Frau gibt weiter oder geht. Und in vielen Fällen wird sie die Nerven verlieren und ihre Contenance; sie denkt laut, sie verbalisiert ihre Überforderung und – verletzt. Mit Worten. Sie verweigert sich. Fühlt sich ausgenutzt und wird sich zurückziehen. Dass sie dabei in die Spirale des Einsamkeitsgefühls gerät, ist Programm. Im schlechtesten Fall arbeitetet sie dann noch in die Nacht hinein.

Hoffentlich hat sie ihrem Partner vorher eine Gebrauchsanweisung gegeben, wie er ihr den Weg ausleuchtet, zurück zu ihm und dem Glauben an die Kraft der Liebe.

Meine Gesprächspartnerin: sie ist voller Sehnsucht nach Leben; doch sie verbrennt sich selbst wie eine Kerze an beiden Enden.

Es gibt eine Zeit für die Arbeit.

Und es gibt eine Zeit für die Liebe.

Mehr Zeit hat man nicht.

Coco Chanel

Diese Frau hat Träume, nur teilweise gelebtes Leben. Sie hat es verdient, mit einem ebenbürtigen Partner die Welt, den Rest ihres Lebens – das circa noch drei Dekaden dauern könnte – zu explorieren. Wird sie es tun? Wird sie eine radikale Heimkehr in ihr Herz wagen? Wird sie sich diesmal treuer sein als ihrem Partner, der vielleicht auch gar nicht so loyal war, wie es ihr schien.

Und diese Frauen, die ich treffe, diese hochbegabten, talentierten und meist auch sehr herzlichen Frauen, sind mit einer Art von Nabelschnur miteinander verbunden; diese heisst Einsamkeit der Hochbegabten, der Hypersensiblen, der Intuition und Ratio gleichermassen. Heisst Sehnsuchtspfad im Labyrinth eines Lebens, das in einem männlichen Regelwerk so wenige weibliche Spielplätze hat und noch weniger Sitzgelegenheiten für weibliche Kleidung. Die Antwort ist immer wieder: Mut zum Anders-Sein. Mut, seinen eigenen Träumen und Bedürfnissen Platz zu machen, ganz bewusst den Vortritt zu geben. Mut, den männlichen Spielplatz eigenmächtig abzutrennen und ganz simpel gestrickt zu erklären, welcher Teil ab sofort den weiblichen Spielplatz ausmacht. Lust der Rebellion ist nie falsch, wenn sie denn Win-win-Situationen schafft und beiden Teilen ein Stück Lustgewinn verheisst.

Schmetterlingskraft ist Kreativität in der Führung, im Finden von Lösungen für Managementprobleme, heisst Innovationskraft und Denken über den Tellerrand hinaus. Wo es einst hiess, dass sich Frauen an Bestehendes, Männliches anzupassen hatten, da heisst es nun einfach sein.

Vielleicht ein Thema, das wir jungen Karriere-Frauen rechtzeitig auf den Weg geben. Karriere ist eine ganzheitliche Befindlichkeit – die immer im Austarieren von geschäftlichen und privaten Zielen gedeihen sollte. Alles andere ist gefährlich einseitig und diversifiziert weder Gefahren noch ausgewogene Lebensmodelle in einer disruptiven Gesellschaft. Selbstverständlich gilt dies auch für Männer…!

Das vorliegende Interview und die Konklusionen basieren auf Dr. Sonja A. Buholzers Buch: WOMAN POWER. Orell Füssli, 2014, ergänzt, überarbeitet und aktualisiert. All rights reserved.

Dr. phil. Sonja A. Buholzer, M.A.

  • Frühere Ausbildungschefin/ Mitglied Direktion Bank.
  • Doktor der Philosophie (Universität Zürich), M.A. Master of Arts (State University New York), Management-Weiterbildung an der Universität Zürich/ permanente Leadership-Weiterbildungen von Wolfsberg bis USA.
  • Sonja A. Buholzer ist seit 1994 Gründerin und Inhaberin der international tätigen Wirtschafts- und Unternehmensberatung VESTALIA VISION in Zürich.
  • Persönliche Beraterin / langjährige Sparring-Partnerin namhafter internationaler Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft/ Politik im In- und Ausland. Persönlicher Coach auch zahlreicher Managerinnen, JungunternehmerInnen und nationaler Familienkonzerne im Prozess des Generationenwechsels.
  • Wirtschafts-Referentin/ Keynote-Sprecherin/ Teilnehmerin Panel- und Podiumsdiskussionen/ Moderatorin von Wirtschafts-Veranstaltungen und -Kongressen im In- und Ausland.
  • Autorin von zehn Bestsellern/Managementbüchern, darunter Bestseller wie SHARK LEADERSHIP, die in China und Norwegen erschienen, Nomination für den Deutschen Hörbuchpreis von SOLANGE DU LIEBST und etlichen Lizenzausgaben, darunter auch Hörbücher und Pocket Guides.  
  • Früher leitete sie u.a. die internationale Ausbildung einer Grossbank, später die Gesamtausbildung einer andern Schweizer Bank und war damals eine der jüngsten (und wenigen) Frauen in den Bankdirektionsetagen, Mitglied der Geschäftsleitung/  Verwaltungsrätin diverser Unternehmen. Gerade deshalb berät und coacht sie auch mit viel Herzblut zahlreiche Unternehmerinnen und Frauen in weltweiten Managementpositionen bis hin zu exklusiven Female Executive Placements und Diversity-Programmen.

Ausbildung / Werdegang / Engagements

Studium der Literaturwissenschaft, Philosophie, Literaturkritik und Geschichte an der Universität Zürich, 1987 Promotion zur Dr. phil., 1984-1985 wissenschaftliche Assistentin und Lehrbeauftragte an der State University of New York, 1985 Master of Arts (M.A.), Management-Weiterbildung an der Universität Zürich.

Dr. Sonja A. Buholzer ist Trägerin des Paul Harris Fellow. Sie war Rotary-Präsidentin und mehrjähriges Vorstandsmitglied, vieljährige Elektorin des Unternehmerinnen-Preises Schweiz.

Heute ist sie nebenbei auch Stiftungsrätin in ethisch-nachhaltigen Organisationen und engagiert für Frauen im Management.

Dr. Sonja A. Buholzer ist brevetierte Tauch-Instruktorin und ausgebildete Haitaucherin mit Hunderten von Haitauchgängen, über deren Begegnungen sie in zwei Managementbüchern den Transfer zum Verhalten über Wasser macht. Die Begegnungen mit Haien, das Studium ihrer territorialen Verhaltensweisen und Angriff- und Verteidigungsstrategien sind immer wieder Gegenstand von Coaching-Gesprächen. Sonja A. Buholzer lebt in Zürich und ist als Executive Coach und Referentin weltweit tätig.

Feminität als Karriere-Kapital

Er ist seit 40 Jahren im Top Executive Search tätig. Kennt das who is who der Wirtschaft weltweit. Er ist ein weiser Ratgeber, ein Mann der Welt, der sich hier mit meinen Fragen auseinandergesetzt hat. Er, der in seiner Karriere Tausende von Spitzenpositionen in der ganzen Welt besetzt hat, er kennt auch die Vermittlung und Platzierung von Frauen bestens. Mit ihm habe ich ein Gespräch geführt, das mich sehr berührt hat. Es zeigt die Realität primär der Schweiz auf. Es zeigt, wie verdeckt auch männliche CEO’s noch ihre familiären und väterlichen Pflichten durch verdeckte Teilzeitpensen wahrnehmen; es zeigt, wie rigoros er – als Mann der Wirtschaft – seine männlichen Kollegen einschätzt und dabei wohlwollend lächelt. Nicht verurteilend, doch Lösungen aufzeigend.  

Dr. Sonja A. Buholzer: «2019, wo stehen wir in der Schweiz hinsichtlich Frauen und Top-Positionen?»

„Für mich ist es beschämend, nach 20, 30 Jahren zu sehen, wo wir in der Schweiz stehen. Praktisch am gleichen Punkt. 

4% Frauen in Top-Positionen in der Schweiz sind einfach beschämend wenig, nachdem ja der Anteil der Studierenden von Frauen mindestens 50% plus ist, allein an der ETH sind es 40% Frauen zur Zeit. Auch von hier aus betrachtet, ist die gegenwärtige Stagnation ein Unsinn. Wenn man davon ausgeht, dass diese Ausbildung volkswirtschaftlich relevant ist, dann muss man sich schon fragen: Fazit für mich: Gesetzliche Quoten vorschreiben!

Dr. Sonja A. Buholzer: «Der Versuch in Norwegen ist im 2003 gestartet worden und zwar für den Verwaltungsrat mit einem Frauenanteil von 40% freiwillig, weil es nicht funktionierte, hat man 2006 dann in börsenquotierten Unternehmen die 40%-Quote zwingend erlassen mit einer Transferzeit von 2 Jahren. Die Wirtschaft wurde nicht schlechter, im Gegenteil, besser. Wie sehen Sie das?»

«Ich bin für Quoten und zwar spreche ich von  Chancengerechtigkeit statt Chancengleichheit! Das müssen 30-40% Frauen sein, um etwas zu verändern. VR- und Nominationsausschüsse werden von Männern nach dem „Cover your Ass“- Prinzip geleitet. Das muss man einfach wissen. Falliert ein Mann, hat er tausend Gründe, warum das so fallieren musste. Das darf ihm sogar passieren. Wenn eine Frau in der gleichen Situation falliert, dann ist es ja logisch gewesen. War voraussehbar, logisch. Und deshalb funktionieren die Ausschüsse nach dem Cover your-Ass Prinzip weil man ihnen dann bei „Fail“ keine Vorwürfe machen kann. Das habe ich erlebt, beim Search. Ich brachte Frauen, am Schluss nahm man den Mann, weil es das kleinere Risiko ist für den Mann.

Warum man bei Beginn der Suche sagt, man wolle eine Frau und die Positionen dann fast immer an den Mann gehen, das wäre eine anonymisierte Umfrage wert, sagt er. Nicht einmal die Hälfte machte eine Frau das Rennen im Verlaufe seiner gesamten Executive Search-Karriere. 

Die Antwort hat er aber auch so im Kopf: „ cover your ass“ minimiere eben das Risiko bei einer männlichen Wahl.

Man ist immer noch der Meinung, dass ein CEO 100% arbeiten müsse; das ist von gestern

Dr. Sonja A. Buholzer: «Möglichkeiten von home office, gute Stellvertretung, ermöglichen, dass selbst auf C-level flexibel gearbeitet werden kann, was familienkompatibel ist. Wie schätzen Sie das als Head Hunter ein?»

«… das ist eine Frage der Organisation, Delegation, der technologischen Einrichtungen. Männer müssen sich auch das Wochenende freihalten, Sabbaticals machen, es gibt Männer, in Top-Positionen, die das tun, aber nicht sagen. Man will ja nicht als Weichei gelten. Der 80-% CEO ist nicht salonfähig bei uns. Das muss sich ändern.  Umdenken geht aber nur, wenn wir mehr mehr Frauen in Verwaltungsräten und Entscheidungsgremien haben, um diese alten Zöpfe abzuschneiden. Siehe Frauenstimmrecht der Schweiz – es wäre ohne Druck selbst so spät nicht durchsetzbar geworden.

Dr. Sonja A. Buholzer: «Frauen müssen einfach viel selbstbewusster die Förderung einfordern, auch von Ihnen eine Forderung – was heisst das exakt?»

Und unter Förderung verstehe ich hochstehendste Management-Weiterbildungen – Executive MBA’s HSG, Zürich, Insead und andern Anbietern mit weltweiter Reputation. Das trennt die Spreu schon vom Weizen. Super Tools für die Vorbereitung auf Führungspositionen sind wichtig.

Dr. Sonja A. Buholzer: « Das heisst konkret: Frauen müssen sich besser vernetzen.Ich bin überrascht, wie stark Frauen immer noch nur auf Leistung statt auch Netzwerke fokussieren. Also Netzwerkarbeit aufbauen! Männer haben keine Skrupel, keine Bedenken, ihr Netz zu nutzen für die Karriere. Korrekt?»

Männer folgen dem „Yes, I can-Prinzip“ 

Ja; wenn eine Position ausgeschrieben ist und die Ausschreibung ist eine bis zwei Positionen höher als bis dato, dann sagt der Mann, Ja! Ich kann das, will das, stemme das! Frauen aber bewerben sich nicht darauf, weil die Nummer zu gross sei.

Auftrittskompetenz – Kommunikationskompetenz – Führungskompetenz verbessern, das seien spezielle Kompetenzfelder, die Frauen deutlich optimieren könnten.

„Es gibt dazu spezielle Weiterbildungsangebote. Selbstbewusstsein gehört zum Erfolg. Es braucht aber keine frauenspezischen Führungsprogramme. Nur das Auftreten, das Kommunizieren und das Selbstbewusstsein sind zu trainieren.“

Dr. Sonja A. Buholzer: «Macht eine Frau on the top tatsächlich nach Ihren Erfahrungen einen Unterschied?»

Sicher, alles ist viel mehr auf Teamwork, Zusammenarbeit ausgerichtet, weniger Einzelkämpfer sind das Motto. Der Sprachgebrauch – sehen wir immer wieder – wird auf erhöhtes Niveau gebracht, was ein schöner Nebeneffekt ist. Der Umgang untereinander wurde besser. Auch bei Arbeitseinsatz sehe ich, dass Frauen pflichtbewusster sind.

Dr. Sonja A. Buholzer: „Herzlichen Dank für das Gespräch. Es folgen nun konkrete Anregungen für die eigene Managementpraxis für Frauen, gestützt auf mein Buch „Woman Power“ und enorm vielen Management-Coaching-Gesprächen seit Publikation meines Buches.  

Dr. Sonja A. Buholzer: Frauenregel Nr. 1/

Mit Massen und Gewichten legieren

Eine der Kapitalfehler bei Frauen ist ihr Überreifer, ihr massloses, selbstloses Streben nach immer mehr Leistung. Nach immer mehr Höchstnote und ihr totalitärer Ansatz, immer besser, immer schneller und immer perfekter werden zu müssen, um endlich die Anerkennung zu erhalten, die ihnen längst gehört.

Weniger ist mehr. Ganz einfach mehr. Mehr Anerkennung, mehr Freude, mehr Entspannung, Humor, Lebendigkeit, Diversifikation und Gesundheit, mehr Leadership, Überblick,

Erkennen von Prioritäten und auch Sympathie.

„Alles Gute, das zuviel ist, wird schlecht“

 – immer und immer wieder begegnet mir dieses Zitat in meinen Begegnungen mit Frauen, kaum je mit Männern. Es scheint etwas Weibliches zu sein, dieses Streben nach höchster Perfektion, nach Unendlichkeit in allen Leistungsbelangen des Lebens. Und es ist Zeit, dieses zu verabschieden!     

Besonders dann, wenn Frauen in ihrer Arbeitsversessenheit den Spass vergessen, Leistung um der reinen Leistung willen liefern, emotionale Distanz vermissen lassen und Konflikte tendenziell persönlich nehmen. Wenn sie dann auch noch vergessen, dass Unternehmenspolitik immer politisch ist und jeder Auftritt, jede Sitzung, jedes Mail, jede Reaktion (auch nicht-Reaktion) ein spielerisches Abstecken von Territorialansprüchen darstellen, von Netzwerkkoalitionen, von ungeschriebenen Gesetzen des Do’s and Dont’s – wird es eng.

Eine Antwort darauf, als „andern“ Machiavelli für Frauen wollte ich vor vielen Jahren schreiben. Harriet Rubin kam mir zuvor. Ein Buch, das mit unglaublich polarisierenden Kritiken umgehen musste. Denn es kratzt an allen Ecken und Kanten an den Machtnormen. Den Männlichen. Ich habe mir damit wohl einige Kritik erspart, die unzweifelhaft auf eine weibliche Version der im 16. Jahrhundert aufgekommenen Bezeichnung der Machiavelli zugesprochenen politischen Theorie; sie definiert sich als eine, die unter allen Umständen zur Erhaltung politischer Macht etabliert wurde, unabhängig von Moral und Recht und ist damit zutiefst negativ konnotiert. Der so definierte männliche Machiavellismus dürfte in seiner rohen Form kaum mehr in erfolgreich geführten Unternehmen auffindbar sein; Ausläufer jedoch, diese subtilen, welche die Kategorien „wahr“ und „gut” tendenziell zum eigenen Vorteil interpretieren und nicht selten unter dem Motto „der Zweck heiligt die Mittel“ politischen Realismus mit nur partiell eingeschränkter und kontrollierter Macht ausüben, sind zweifellos vorhanden. Ethische und moralische Kriterien werden unter der Rubrik „Nützlichkeit“ für den eigenen Machtausbau und nützt die Gunst des Augenblicks zur eigenen Aufstockung von Macht, Ruhm und Würde, ohne sich primär um das Wohl des Ganzen zu foutieren. Insofern also ist politischer Machiavellismus noch immer in seinen Ausläufern da und ist natürlich für innovative, kreative, querdenkende, kritisch fragende, strategisch im Sinne des Unternehmens handelnde Führungskräfte in extremis hindernd und nicht selten tödlich.

Es gilt also, Frauen zwei wesentliche politische Machtinstrumente in die Hand zu geben:

Dr. Sonja A. Buholzer: Frauenregel Nr. 2/  

Politisch smart, vorausdenkend, vernetzt agieren

Die eine ist das Wissen, Kennen, Erkennen und Handhaben solcher alt-machiavellistischer Bremsklötze innerhalb des eigenen Wirkungs- und Aufstiegsbereichs; dazu gehört ein politisches Gefühl und ein strategisch smartes Vorgehen, immer auch flankiert von ebensolchen Mentoren, einem starken Netzwerk und dem Aufbau einer eigenen starken und nervenstarken Reputation. Zum andern ist dies auch die Waffe der Frau. Die da eben – wie eingangs zitiert – so ganz anders und so ganz und gar nicht berechenbar ihren Weg der weiblichen Macht geht.

Die Zeit feudalistischer Herrschaftlichkeit ist vorbei. Ausläufer allerdings sind noch immer nicht selten altgediente Machthaber alter Schule, die so ganz und gar nicht bereit sind, einen Teil des Machtkuchens abzutreten. Und schon gar nicht an eine Frau.

Wenn Frau die Rechnung ohne diese Realitäten macht, verliert sie über kurz oder lang. Und deshalb gilt es, beide Instrumente für den eigenen politischen Aufstieg parallel zu entwickeln und zu nutzen.

Da ist die junge Managerin, die einfach keinen Spass mehr daran findet, sich persönlich laufend zurückzunehmen. Sie hat in diesem weltweit tätigen Branchenleader vor zehn Jahren einen fulminanten Start hingelegt. Nach kurzer Zeit stellte man sie als Einzelkämpferin ins Ausland und überantworte ihr den Aufbau eines Profit Centers ihres Spezialgebietes. Mit Erfolg. Sie generierte nach kurzen Monaten erste Saleserfolge. Sie stellte gut gewählte Mitarbeitende ein, brachte ihr Schweizer Flagschiff zum Fliegen. Und arbeitete still weiter, wissend, wie erfolgreich sie war. Sie arbeitete. Viel und gern. Nicht selten an Wochenenden. Sie liebte es, zu arbeiten, denn dies hier, dies war ihr Baby, ihr Ding. Wie eine Mutter gab sie ihr ganzes Sein und Leben mit einer Hingabe an den Aufbau dieses Projektes, dass sie vieles um sich herum kaum mehr wahrnahm. Und sie vergass, versessen auf die messbaren Erfolge, ihre eigene politisch geschickt Erfolgsstrategie zu etablieren. Schwach vernetzt, instabil abgesichert, wenig visibel als Managerin, kaum präsent an internationalen Meetings und stark ihrem Einzelkämpfertum verpflichtet, beschloss das Head Quarter Phase II des Aufbaus. Hier musste nun nach erfolgreicher Initialzündung ein Manager her, der bestens vernetzt, vom Head Quarter geschätzt, machtpolitisch integriert und strategisch längerfristig informiert – das von dieser Frau mit Liebe und Leidenschaft engmaschig geführte Juwel ins international kompatible rechte Licht rücken. Die Frau wurde kurzfristig über anstehende Veränderungen informiert, man setzte ihr – im Rahmen selbstverständlich einer salonfähigen Reorganisation – den gewieften Manager vor die Nase und machte sie zu seiner rechten Hand, die fortan wieder auf Projekte und regionen- bzw. länderspezifische Koalitionen angesetzt wurde. Die Welt dieser Frau brach zusammen. Aber komplett und radikal. Alles war in diesem „Baby“, wie sie es nannte, von ihrem Leben, ihrem Sein, ihrem Wirken, ihren Werten, ihrem alles.

Unklug hatte sie keinen Deut diversifiziert, alles auf eine Karte gesetzt und naiverweise angenommen, dass ihre Leistung allein genüge, um sich hierin weiter zu profilieren. Hätte sie klug, taktisch und unternehmenspolitisch nachgedacht, wäre sie anders vorgegangen; sie hätte wissen müssen, dass ein geborenes Kind, das beginnt, erfolgreich zu fliegen, in andere Hände wechselt;

Dr. Sonja A. Buholzer: Frauenregel Nr. 3/  

Innere Distanz bewahren, Metaebene beherrschen

Frauen werden als Krisenmanagerinnen, als Aufbauarbeiterinnen, als Konfliktmanagerinnen, als Initialzünderinnen und nicht selten Trümmerfrauen gerne und gut eingesetzt; läuft der Laden aber, wechselt er die Hand.

Um dies zu verhindern, muss sie machtpolitisch agieren; Wissen, ihr Wissen, ist Macht. Ihre Kunden, ihre Mitarbeitenden, ihre eigene Reputation als wichtige und machtvolle Managerin, ihre Präsenz, ja – Dauerpräsenz an machtrelevanten Meetings und Konferenzen ist bedingungslos und muss doppelt unterstrichen werden als Frau: mit vielen und gewichtigen Wortmeldungen; mittels relevanter Fragen, Zusammenfassungen, mittels Wortführerschaft und präzisem Time Management. Sie muss gesehen werden mit den Keyplayern des Anlasses; wählt die richtige Tischordnung, wechselt beim Apéro gekonnt die Machtplätze und ist jederzeit im Bild über freundliche und feindliche Koalitionen, die sie smart und gekonnt handhabt. Diplomatie, geschickter Gang über den roten Teppich, eleganter Small Talk bei delikaten Diskussionsthemen, immer Zweifelsfall immer locker mit einem Lächeln, zeigt sie dort die Zähne unter diversen Vorzeichen, doch immer lächelnd. Ecken und Kanten sind nicht salonfähig; es genügt, wenn sie diese einsetzt und durchsetzt, wo es sachimmanent dient.

Ein weiblicher Machiavelli will nicht Gewalt, sehr wohl aber Macht. Sie holt sich die Meriten und Pfründe, die sie sich erarbeitet hat, das Lob und die Anerkennung, die ihr gebühren und hinterlässt – niemals – eine Spur eines „Opfers“; sie selber für sich nicht, aber auch nicht für andere. Dieser sozialverträgliche weibliche Machiavellismus fehlt vielen Managerinnen. Ohne diese gesunde Portion Kampfgeist und politische Smartness gelingt Karriere nur zeitlimitiert. Zurück bleiben weibliche Opferlamenti, Bitterkeit und die Verzweiflung einer Frau, die das Beste wollte, tat und leistete und das Schlimmste erlebte: man nahm ihr ungefragt und undiskutiert „ihr Baby“ weg. Die Metaphorik vieler Managerinnen spricht eine eigene Sprache. Es kann und darf nicht sein, dass eine Frau unternehmerische Leistungen als „eigenes Baby“ bezeichnet. Dies würde allenfalls knapp durchgehen im Falle eines eigenen Unternehmens. Es fehlt ihr die gesunde Distanz, die professionelle Knautschzone, die ihr erlauben, den Wald vor den Bäumen zu sehen, politische Försterinnenarbeit zu leisten und dabei auch noch andere lebensrelevante Themen zu bearbeiten, wie etwa Familie, Partnerschaft, Leidenschaft und Pionierarbeit im eigenen Leben.

Eine Managerin ohne Fähigkeit, immer wieder auf gesunde, professionelle Distanz zum eigenen Unternehmen, der eigenen Leistung und der eigenen Positionierung zu gehen, lebt gefährlich einseitig. Und wie überall in diesem Fehlen von Balance – lauern Korrektiva und Zäsuren.

Diese Frau, die ich oben beschrieb, hat innerlich resigniert; sie hat das Gefühl, allein da zu stehen, sie fühlt sich als Opfer und als solches ist sie, die einstige kämpferisch-frohe Aufbauarbeiterin – zu einem wandelnden Vorwurf geworden, mit dem man möglichst wenig Konfrontation sucht; Man versucht, sie einzuladen, wieder zur „person to go“ zu werden, zur beliebten Fachexpertin, die sie war. Man hat sie eingeladen, um Hilfe zu bitten, wenn sie nicht weiss, wie sie sich verhalten soll, um Reparaturarbeit an ihrem Imageproblem zu leisten, doch sie ist zu traurig und deprimiert dazu.

Ich habe keine Ahnung, ob sie die Kraft aufbringt, diesen Quantensprung zu machen und in das politische Lager zu wechseln, das ihr den Weg wohl auch heute noch freimachen würde. Tränen, Vorwürfe und Ressentiments sind wohl leider schon viele über die Bühne gegangen und haben Unheil und Reputationsschäden für diese junge, erfolgsversprechende liebenswürdige Jungmanagerin generiert. Ich wünsche es ihr und ihrem Unternehmen von Herzen, denn was einst so brillant begonnen hat, sollte doch nicht so leicht aufgegeben werden. Die Frau jedenfalls hat ihre harte Lektion erhalten; Einzelkämpferinnen müssen starke Netzwerke haben, ihr Self Marketing genauso planen wie jenes ihrer Projekte oder Assets, sich politischen Realitäten stellen und dabei möglichst unemotional und strategisch politisch das Schach spielen lernen, zusammen mit einem versierten Mentoren, der sich wirklich fundiert auskennt, ist das A und O – und einmal gelernt, ist gelernt.

Ihr Selbstvertrauen allerdings ist zusammengebrochen. Die Weise, wie Selbstzweifel nun ihr Denken und Fühlen ergriffen haben, ist totalitär und hierin schon sehr weiblich. Frauen gehen aufs Ganze. Mit Haut und Haar.

Dr. Sonja A. Buholzer: Frauenregel Nr. 4/

Boxenstopp einrichten, Atempausen einlegen

Selbst wenn Frauen die Hälfte ihrer totalitären Ansprüche und Erwartungen an sich selbst eingeben, sind sie überdurchschnittlich erfolgreich. Männer müssen Frauen darin bremsen, diese weibliche fatale Totalität in der Zielerreichung auszuleben. Wer permanent mit hohem Blutdruck lebt, lebt gefährlich. Wer permanent seinen Sportwagen hochtourig fährt, kann verunfallen. Wer nur noch ein Fenster zum Leben besitzt, kann rasch erblinden. Es ist, also hätten sich Frauen seit Jahrtausenden selber konditioniert. Übermenschliches geleistet, höchsten Ansprüchen ausgesetzt, immerfort am Limit bewegt, muss jeder Vorgesetzte, besonders jede weibliche Vorgesetzte dieses Phänomen observieren, kontrollieren und sofort korrigieren, bevor solche Trauerfälle geschehen.

Wir haben Verantwortung für die Besten. Für die mit Haut und Haar comitteten Erfolgsmacherinnen und –macher. Wir müssen sie bremsen, wenn sie dauerhaft über ihrem Soll fahren. Und sie einladen, immer wieder auf das politische Parkett zu wechseln und die Metaebene zu betrachten, um das Gefühl für unternehmenspolitische Machtwerke zu erhalten und diese richtig einzuschätzen. Politik ist faszinierend, wenn sie in guten und fähigen Händen ist. Und genau hier – gehen künftige Talente und Charaktere, vorab von Frauen wie dieser Managerin – oft verloren. Denn sie hätte die Gaben, auch die weibliche Politik mit weiblichem Blickwinkel einzubringen.

Da ist die mächtige Personalchefin eines staatlichen Institutes, die sich allerdings ihrer Macht kaum bewusst ist. Ganz im Gegenteil; seit wenigen Monaten im Amt, neigt sie dazu, es allen recht machen zu wollen. Sie ist keine Einzelgängerin wie im andern Beispiel zitiert; sie ist ausgesprochene Teamplayerin;  Basisdemokratisch will sie alle möglichen Entscheidungen gemeinsam erarbeiten und steckt fest in Endlosdiskussionen mit ihren Teams. Man erwartet von ihr Resultate. Eingemachtes. Entscheide. Sie diskutiert noch. Leistet Überzeugungsarbeit. Und nun ist sie hier und schildert mir ihren Konflikt. Auf den Punkt gebracht ist hier die Frauenregel Nr. 4: es fehlt ihr (noch) am Mut, sich unbeliebt zu machen und in der Einsamkeit der Führungsentscheide auch einmal auszuhalten, von geschätzten Mitarbeitenden und Peers nicht geliebt zu werden. Sie hat sofort verstanden. Manchmal braucht es eine oder zwei Fallstudien und der drohende Schaden ist behoben. Einsichten und Erkenntnisse waren hier sofort da. Das stete Anmelden von Machtansprüchen ist das Gebot der jetzigen Phase, ohne das rein gar nichts mehr ginge. Entscheiden, durchaus auch einmal falsch, vorwärtsmachen, Anpacken und Ziele umsetzen sind ebenfalls Politika, die in diesem Fall zwischen ihr und ihrem Vorgesetzten kurz und bündig realisiert wurden.    

      Der vorliegende Text basiert auf Dr. Sonja A. Buholzers Buch: WOMAN POWER. Orell Füssli, 2014, ergänzt, überarbeitet und aktualisiert. All rights reserved.

Dr. phil. Sonja A. Buholzer, M.A.

  • Frühere Ausbildungschefin/ Mitglied Direktion Bank.
  • Doktor der Philosophie (Universität Zürich), M.A. Master of Arts (State University New York), Management-Weiterbildung an der Universität Zürich/ permanente Leadership-Weiterbildungen von Wolfsberg bis USA.
  • Sonja A. Buholzer ist seit 1994 Gründerin und Inhaberin der international tätigen Wirtschafts- und Unternehmensberatung VESTALIA VISION in Zürich.
  • Persönliche Beraterin / langjährige Sparring-Partnerin namhafter internationaler Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft/ Politik im In- und Ausland. Persönlicher Coach auch zahlreicher Managerinnen, JungunternehmerInnen und nationaler Familienkonzerne im Prozess des Generationenwechsels. Zu den Top-Themen gehören Agile Leadership-Coaching, Onboarding-Coaching, Peer-Coaching, Agile Leadership-Coaching, Karriere-Coaching, Female Leader-Coaching, Self Marketing- und Kommunikations-Coaching und Diversity-Coaching.
  • Wirtschafts-Referentin/ Keynote-Sprecherin/ Teilnehmerin Panel- und Podiumsdiskussionen/ Moderatorin von Wirtschafts-Veranstaltungen und -Kongressen im In- und Ausland.
  • Autorin von zehn Bestsellern/Managementbüchern, darunter Bestseller wie SHARK LEADERSHIP, die in China und Norwegen erschienen, Nomination für den Deutschen Hörbuchpreis von SOLANGE DU LIEBST und etlichen Lizenzausgaben, darunter auch Hörbücher und Pocket Guides.  
  • Früher leitete sie u.a. die internationale Ausbildung einer Grossbank, später die Gesamtausbildung einer andern Schweizer Bank und war damals eine der jüngsten (und wenigen) Frauen in den Bankdirektionsetagen, Mitglied der Geschäftsleitung/  Verwaltungsrätin diverser Unternehmen. Gerade deshalb berät und coacht sie auch mit viel Herzblut zahlreiche Unternehmerinnen und Frauen in weltweiten Managementpositionen bis hin zu exklusiven Female Executive Placements und Diversity-Programmen.

Ausbildung / Werdegang / Engagements

Studium der Literaturwissenschaft, Philosophie, Literaturkritik und Geschichte an der Universität Zürich, 1987 Promotion zur Dr. phil., 1984-1985 wissenschaftliche Assistentin und Lehrbeauftragte an der State University of New York, 1985 Master of Arts (M.A.), Management-Weiterbildung an der Universität Zürich.

Sonja A. Buholzer ist Trägerin des Paul Harris Fellow. Sie war Rotary-Präsidentin und mehrjähriges Vorstandsmitglied, vieljährige Elektorin des Unternehmerinnen-Preises Schweiz.

Heute ist sie nebenbei auch Stiftungsrätin in ethisch-nachhaltigen Organisationen und engagiert für Frauen im Management.

Sonja A. Buholzer ist brevetierte Tauch-Instruktorin und ausgebildete Haitaucherin mit Hunderten von Haitauchgängen, über deren Begegnungen sie in zwei Managementbüchern den Transfer zum Verhalten über Wasser macht. Die Begegnungen mit Haien, das Studium ihrer territorialen Verhaltensweisen und Angriff- und Verteidigungsstrategien sind immer wieder Gegenstand von Coaching-Gesprächen.

Sonja A. Buholzer lebt in Zürich und ist als Executive Coach und Referentin weltweit tätig.

Dr. Sonja A. Buholzer im Interview zu «WOMAN POWER» – wie Männer über Frauen im Management denken.

Es ist die Angst der Frauen vor ihrer eigenen Feminität, die bei uns so falsch rüberkommt

O-Tone-Statement eines CEO’s

… dies die Worte eines Vorsitzenden der Geschäftsleitung eines renommierten international tätigen Konzerns in der Schweiz.

Dieser Top-Manager ist einer der innovativsten Unternehmer dieses Landes, sein Hintergrund ist der eines erfolgreichen, stets weiterstrebenden, kreativ-innovativen Kopfes, der schon manche unternehmerische Idee realisiert hat und Frauen mag. Seine Bemühungen, Frauen ins Boot zu nehmen, sind nachgewiesen; er ist mir ein lieb gewordener, offener und sehr herzlicher Gesprächspartner, mit dem ich dieses Interview ganz besonders offen angehen kann. Seit über dreissig Jahren kennt er die Szene. Kennt die ups and downs von weiblichen Karrieren. Sieht sie kommen, sieht sie gehen. Emotional geht nichts an ihm sang- und klanglos vorbei.

Er denkt, denkt nach, denkt laut, teilt sich mit, macht seine Konklusionen. Hören wir ihm zu:

Dr. Sonja A. Buholzer: «Was raten Sie einer Frau auf dem Weg nach oben?»

„… Was ich Frauen auf dem Weg nach oben raten würde? Und niemals so direkt zu sagen wagte …, ist folgendes: Setze die Waffen einer Frau ein, zeige dich, Emotionen, dein wahres weibliches Gesicht. Frauen sind runder, denken ganzheitlicher, sie verfügen über vernetztes Denken. Genau das macht den Unterschied aus! Frauen heute haben Angst davor, Frau zu sein. Frauen haben sich selber in ihrem Frau-Sein stigmatisiert. Sie sehen es als Nachteil an. Sie sind auf tragische Weise entwurzelt in ihrem Frausein. Und wir Männer spüren das. Frau-Sein sieht Frau als „nicht-salonfähig“ an; das tun wir Männer aber nicht! Wir mögen und lieben frauliche Frauen, die darauf stolz sind, Frau zu sein. Anders zu sein.

„Doch Frauen sind auch von Angst besetzt, sich selber als Frauen zu feiern und uns damit zu imponieren, dass sie so anders sind! Diese Angst macht Frauen verkrampft, hart und für uns Männer unattraktiv in jeder Beziehung.“

Frauen wollen immer objektiv sein. Alles Persönliche, Subjektive wird zu oft krampfhaft weggeschnitten. Was bleibt, sind entwurzelte Frauen.“

Dr. Sonja A. Buholzer: «Eine harte Aussage; wie kommen solche Frauen bei Ihnen an? Wie erleben Sie diese?»

«… Es sind Frauen, die nichts, aber gar nichts, bei den Männern durchbringen. Kein Konzept, keinen Antrag, kein Reputationsmanagement, nichts! Frauen verfügen zudem über ein Harmoniebedürfnis mit oft wenig Streitfähigkeit. Und gerade eine Streitkultur ist für uns wichtig; wir Männer wollen uns messen, eine andere Meinung haben, wollen unsere Argumente auf einander prallen lassen, Hierarchie wird so determiniert, wir mögen das. Und ich habe einfach auch die Erfahrung gemacht, dass ich mit Männern besser streiten kann. Bei Frauen habe ich immer das Gefühl, dass sie dies eher persönlich nehmen, dass sie nachtragend sind, dass sie Streitgespräche nicht von ihrer eigenen Person unterscheiden können und alles existentiell totalitär und damit auch humorlos nehmen.»

Dr. Sonja A. Buholzer: «… und zurück bleiben traumatisierte Männer…?“

«Oft…ja, und Männer, die nach schlechten Erfahrungen mit Frauen im Management wenigstens ein paar Jahre das heisse Eisen einer Nachfolgerin auslassen und keine Frauen in der Geschäftsleitung mehr wollen. Wie gerne würde ich den Frauen raten zum „After-work Bier, von mir aus auch after-work Tea…, einfach dabei sein mit uns zusammen bilaterale Themen besprechen, auch mal lachen, humorvoll sein. Kurzum, Freundschaften mit Frauen, auf so ganz lässige Art, wo man offen ist, kumpelhaft auch laut denken kann, geht einfach nicht. Freundschaften mit Frauen sind schwer zu knüpfen. Es gibt zu viele disturbing factors. Und sicher gehört auch das Mann-Frau-Sein dazu; Kollegialität mit Frauen ist schwierig. Ich habe es nur einmal erlebt Denn Frauen haben rasch Angst davor, zu viel Nähe aufzubauen, falsch verstanden zu werden. Fühlen sich bedroht vor so viel Offenheit und Vertrautheit eines freundschaftlichen (und ich meine damit nur freundschaftlichen!) Gespräches nach der Arbeit. Das halt, was wir Männer tun. Wo wir die Welt am Ende des Tages wieder zurechtbiegen. Wenn Frauen mit Distanz reagieren, sogar schockiert sind, wenn wir beginnen, mit ihnen Kollegialität und Nähe aufzubauen, werden wir auch zurückhaltend.“

Dr. Sonja A. Buholzer: «Interessant. Und was sagt man(n) uns Frauen sonst auch nicht…?

„… die Sache mit dem Outfit. Wenn Frauen ihre Feminität verstecken, sieht man das auch an ihrem Äusseren. Ich schätze Weiblichkeit auch im Aussehen, etwas Lippenstift, die Haare einer Frau, mag es, wenn sie auch mal einen Jupe trägt, statt immer nur diese monotonen Hosenanzüge. Eine Frau eben, die authentisch wirkt auch im äusserlichen Auftritt. Ich kann einfach nicht verstehen, warum so viele Frauen, und in unseren Breitengraden immer mehr, so ähnlich angezogen sind. Uniform, Weiblichkeit versteckend oder immerhin kaschierend, Haare züchtig nach hinten zusammengebunden, noch schlimmer männlich nach hinten gekämmt, aufgesteckt, Business Dress nach Vorschriften von unbekannt und einfach langweilig.“ Dieser Manager betont immer und immer wieder, wie sehr er sich wünscht, einer Frau in der Geschäftsleitung gegenüber zu sitzen, die so ganz Frau ist. Und er betont, dass Frauen offensichtlich davor Angst haben, in weiblichem Outfit nicht ernst genommen zu werden in einer fast rein männlichen Welt. Ganz im Gegenteil, sagt er. Je weiblicher, je adrett femininer, je authentischer in ihrer Individualität, ihrem Anders-Sein als Frau, desto willkommener. Er ist es, der nicht genug betonen kann, dass er den weiblichen Auftritt sogar geniesst, dass er nicht allein damit ist.

Dr. Sonja A. Buholzer: «Was müssen wir Frauen weiter noch verstehen, um unser hier thematisiertes «Anders-Sein» in männliche Kulturen einzubringen?»

«Frauen dürfen zu uns Vertrauen haben. Ich gehe davon aus, dass die grosse Mehrheit der Männer Frauen als gleichberechtigt ansehen! Und dass dies für Männer längst eine Selbstverständlichkeit ist, was Frauen –  unsichere Frauen – noch immer diskutieren. Wir sehen Frauen auf absolut gleichem Niveau.»

Er betont, dass diese Grundsatzdiskussionen am Thema vorbeizielen. Dass es aber wichtig sei, dass Frauen verstehen, dass sie in ihrem Frausein, in ihrem Anspruch, auch anders zu sprechen, zu präsentieren, daherzukommen, zu reagieren, zu fragen, zu führen, zu Lösungen zu kommen – eben gerade darin hochwillkommen sind.

Dr. Sonja A. Buholzer: «Als Frauen brauchen wir also andere Aspekte als die der Männer, um erfolgreich zu bleiben. Frauen müssen diese anderen Sichtweisen einbringen und den Mut haben, diese klar zu äussern; dann erst stossen Sie auf männliche Akzeptanz im Management, korrekt verstanden?»

„Ja, und etliche Frauen haben Angst vor dem eigenen Profil!“… so seine Aussage. Er geniesse es, wenn eine mutige, eigenständige Frau ihn verblüffe durch ihre Sichten. Ansichten. Meinungen. „Verblüffe mich!“ sei sein Wunsch an Frauen. Dazu gehöre Portionen von Selbstironie, von Humor, Selbstsicherheit, von eigenen Ideen, Eigeninitiative und die Zivilcourage, sich nicht einfach anzupassen, sondern mutig sich als Frau im anders Sein zu outen. „Das macht Freude, Spass und ist ansteckend, wenn es darum geht, kreativ und innovativ zusammenzuarbeiten. Eine grosse Portion Coolness gehört aber auch dazu. Es gibt nichts Schlimmeres, als eine total verkrampfte Frau, die mit Akribie punktgenau korrekt und jederzeit verbissen für Leistung kämpft. Das geht immer schief mit uns. Wir wollen auch Spass haben in einer extremen Leistungskultur, mal lachen können, auch über uns selber. Wir wollen keine dominanten und belehrende Frauen um uns haben, die uns erziehen wollen und Vorträge halten über unsere Fehler. Nein danke. Mit Coolness und Smartheit aber sollen Frauen uns verblüffen durch ihre Eigeninitative. Uns mal zum Lunch einladen, um einen Konflikt zu klären. Nicht warten, bis wir das tun.»     

Dr. Sonja A. Buholzer: «Frauen sollen also zeigen, dass sie Humor haben auf dem langen Weg der Karriere. Dass sie auch Spass am Leben haben, das wird geschätzt? Management als Spiel, Wettbewerb, Humor als Relativierungs-Medizin im allzu hektischen Daily Business, da kommt eine Menge von Erwartungen auf uns zu…;»

Dieser Manager skizziert das Idealbild seiner weiblichen Geschäftsleitungskollegin, die so ganz anders ist, als seine jüngste Erfahrung. Mit einer hochbegabten und ehrgeizigen Managerin, die er einstellte. Die allerdings in einer totalitären Anspruchshaltung 100%-iger Delivery nur noch arbeitete, ihr Privatleben vergass. Die ihre männlichen Geschäftsleitungskollegen stundenlang nacherziehen wollte und ganz offenkundig kaum noch Akzeptanz fand, um zu bestehen. Humorlos und der Sache existentiell ergeben, verlor sie jeden Anflug von Spass. Sie leistete. Total. Gnadenlos. Sie belehrte, verbitterte, knechtete ihr Team und fand sich rasch ohne formelles und informelles Netzwerk allein in ihrem Leistungswahn. Allein. Einsam. Verbittert. Nachtragend. Für immer. Sie quittierte den Dienst. Ein Beispiel, wie es nicht geht.

Wenn Frauen genau hinhören, genau hinsehen, beginnen verbale und non-verbale Signale ihrer männlichen Gegenüber zu lesen, zu deuten. Wenn sie sich als Frauen wiederentdecken und darauf stolz sind, anders, weiblich, anders denkend, weiblich handelnd – zu sein. Dann hat das Spiel der „Diversity“ gute Chancen, zu gewinnen.

Lust auf Feminität.

Freude an der eigenen weiblichen Souveränität. Lust auf Widerstand und Humor, auf Selbstironie und Polarisieren, auf Charme der Frau und dem Spiel mit ihren Waffen – immer unter Voraussetzung höchster Professionalität – dazu die Fähigkeit, unternehmenspolitisch geschickt zu agieren, Mehrwert durch Anders-Sein zu generieren und dabei – risikodiversifizierend – auch ein Privatleben, auch eine Familie, auch ein endorphin-generierendes Hobby auszuüben, dann gelingt weibliche Karriere.

Dr. Sonja A. Buholzer: «Frauen müssen demnach explizit selber aus der anerzogenen Rolle des Wartens heraustreten und aktiv werden. Dies auch wird auch hier im Gespräch immer wieder betont. Sei es bei Karrieregesprächen, Lohn- oder Bonusverhandlungen. Bei Weiterbildungen oder Job opportunities.»

„Ja, genau! Wir Männer können Frauen gar nicht lesen“, sagt er. „Frauen müssen sich jederzeit erklären. Wir Männer ticken ganz simpel, ganz einfach. Denn…

Wir Männer sind gar nicht in der Lage, die Komplexität der Frau zu verstehen.

Wie sie denkt, wie sie handelt, was sie fühlt, wie sie vernetzt denkt. Wie sie kombiniert – wie sie Konklusionen zieht. Sehen Sie, all das ist uns Männer verschlossen. Wir staunen einfach und verstehen das Wesen Frau nicht. Bewundern es aber. Wollen von ihr lernen, profitieren für unser aller gemeinsamer Erfolg. Wir mögen Frauen mit diesem geheimnisvollen anderen Wesen sehr. Akzeptieren sie darin sofort. Nicht aber, wenn sie sich anpasst. Versteckt. Mutlos und männlich angepasst wird.»

Er spricht davon, wie er bemerkte, dass eine Managerin wohl mehrere T-Shirts übereinander trug, um ihren Busen unter der Bluse zu kaschieren. Er spricht von einer Frau, die so rabiat männlich auftritt, dass sie als Frau nicht mehr durchgeht, sondern als Mann akzeptiert ist. Er spricht von der jungen Frau, die er als seine Nachwuchs-Managerin eingestellt hat, um ihr Potential  des Widerspruchs zu nähren und zu beweisen, dass seine Thesen stimmen. Er spricht von seinen Geschäftsleitungsmitgliedern, die nach ihren Erfahrungen mit Frauen, die nur nervten, für Jahre nichts mehr von Frauen im Management hören wollen. Er spricht davon, wie grossartig es sei, von Frauen zu lernen, die Welt vernetzt zu sehen. Werte und Ethikthemen zu diskutieren. Aber auch zu lachen über ganz andere Bonmots und einige wenige Male das Glück gehabt zu haben, mit einer Frau die gleich unverkrampfte, offene und nahe Geschäftsbeziehung erlebt zu haben, in der Nähe und Vertrautheit geschah und nicht sexualisiert werden musste. „Das gibt es. Auch die reine Freundschaft zwischen Frau und Mann auf gleicher Augenhöhe, die Bilaterales beim Drink oder – eben Tee – besprechen lässt. Und immer auch politisch ist.

„Weshalb kämpfen Frauen um etwas, was für uns Männer selbstverständlich ist: Gleichberechtigung,“

fasst er zusammen. Nur wenige Männer hätten es noch nicht begriffen.

«Es ist salonfähig, mit den Waffen einer Frau im Top-Management zu handeln“, so seine Zusammenfassung. Auch er, als Mann, setze diese seine männlichen Waffen gerne und nicht selten ein, wenn er ein Ziel verfolge. „Sehen Sie,“ fährt er fort – „das Leben und das Management ist ein Spiel, wenngleich ein ernstes, um Güte und Rang, um Hierarchie und Lust an der Leistung, um tägliches Besserwerden. Doch ohne Humor und zuweilen auch etwas Coolness, geht gar nichts. Da verbrennen wir uns total. Da verlieren wir nicht nur Kraft, sondern auch die Lust am Job. Wer nicht geniessen könne, werde ungeniessbar, so einfach sei das auch.

Das Interview mit diesem Top-Manager begleitet mich seither durch meine Management-Coaching-Gespräche mit Frauen und Männern. Er hat so viele Punkte eingebracht, die auch ich täglich in meiner Arbeit feststelle und die so einfach wären, würden es mehr Frauen befolgen.

Es ist die Einladung, sich selber zu sein. Ohne jede Angst vor zu viel Feminität. Vor zu viel Weiblichkeit, weiblichen Waffen.

Mit viel Charme, Coolness, Smartheit und politischem Geschick für männliche Machtkonstrukte, die von Frauen vielleicht auch nie ganz erfasst werden können, weil sie eben von Männern gemacht sind. Es braucht gerade deshalb Mentoren, Netzwerk und Sparring Partner, die das Weibliche im Management nicht nur akzeptieren, sondern schätzen und fordern, wie es hier in diesem Gespräch der Fall ist.
Dr. Sonja A. Buholzer: „Wie müssen Frauen sprechen, damit sie von Männern verstanden werden? Welche linguistischen Merkmale müssen wir integrieren in die Kommunikation?»

«Die Verbindlichkeit des Mannes gegenüber der Frau fehlt. Und Frauen müssen hier genau bei jenen Männern beginnen, die überheblich sind. Man muss bei den männlichen Führungsverantwortlichen die Sehnsucht nach Komplementarität wecken. Muss ihnen schmackhaft machen, dass ihre eigene erfolgreiche Zukunft nur mit dem Wunsch nach Komplementarität möglich ist.“

Männer hätten immer wieder Ausreden, flüchteten sich in unverbindliche Sprachformen, um dem auszuweichen, was ihren Erfolg letztlich garantieren wird: Die eigenen Schwächen zu erkennen, täglich zu wachsen und zu lernen und dies durch eine ganz bewusste Integration von „Anders-Denken“ und „Anders-Probleme lösen“ im Unternehmen zu realisieren. Er fährt weiter: „Erfolgsrelevant ist doch die Tatsache, dass ich in meiner jahrzehntelangen Funktion als Vorsitzender der Geschäftsleitung langfristig orientiert immer wieder die Haltung einnehmen musste, dass die Erfolgsstrategien der Vergangenheit nicht zwingend die von morgen sind. Dass ich den Erfolg von morgen nur mit Menschen machen kann, die genau das einbringen, was mir zum Erfolg fehlt. Und das sind ganz stark Frauen, die für mich für Komplementarität stehen.“

Oft seien Männer die Visionäre in traditionellen Konzernen, die ihre Visionen nur mit der Kraft ganz starker Umsetzer auf den Boden bringen. Und dies seien Frauen.

„Frauen haben eine ungeheure Bodenhaftigkeit und Umsetzungspower, bringen Visionen auf den Boden!“  

Damit sie dies aber langfristig erfolgreich tun könnten, müssten Frauen endlich aufwachen und sich ihrer Stärken der Komplementarität und ihrer Schaffenskraft bewusst sein und diese AKTIV VERKAUFEN! Immer wieder erkenne er, wie Frauen ihr Können und ihr Licht unter den Scheffel stellten, wie diese entschuldigende Haltung des „Ich bin halt eine Frau“ so ziemlich alles an Erfolg zerstöre, was sie hätte.

Dr. Sonja A. Buholzer: „Frauen müssen also ihr Können zeigen, von ihrem Können reden; sie müssen die mentale Entschuldigung „eine Frau zu sein“ ablegen und sich vielmehr als Zukunftsgarantin für den Erfolg verkaufen?»

«Ja, denn gerade die Stärken einer Frau sind heute so relevant: Lösungen auf den Boden bringen, die Umsetzungs-Power in Visionen zeigen, die Komplementarität zum Mann in der Führung aktiv ansprechen, ihre „mehrheitlich andern Stärken im Vergleich zum Mann“ aktiv einbringen, thematisieren, ansprechen, auch profilieren.»

Er hätte immer wieder erlebt, wie weibliche Geschäftsleiterinnen führten: wesentlich enger, effizienter, resultatorientierter als Männer. „Fortschrittskontrollen, das Setzen von erfolgsrelevanten Leitplanken, Korrekturen und effiziente Arbeitsmethoden, unmittelbarere Kontrollgriffe und proaktives Lenken und Leiten mit einem wesentlich ambitionierten Zeitbudget seien für ihn wiederholt weibliche Erfolgsfaktoren gewesen. „Während Männer stundenlang in ineffizienten Sitzungen verharren, wird es einer solchen Frau nach fünf Minuten langweilig und sie strebt nach Resultaten.“

Dies allerdings setze eine Kultur und eine Führung im Unternehmen voraus, die dies stütze, willkommen heisse, „ja gerne“ sagt und eben diese Komplementarität zum Kulturgut deklariert.

Männer müssten dahin „geweckt“ werden, durchaus durch das Thema der Frauen „wie führe ich meinen Chef“, dass sie ihm helfe, seine Schwächen so zu delegieren, dass er auch morgen noch Erfolg haben kann. Die Offenheit des Mannes sei das Ziel. Primär durch die Arbeit der Frau zu machen.

„Frauen dürften sich nicht entschuldigen dafür, eine Frau zu sein. Vielmehr müssen sie sich erklären, welchen „andern“, komplementären „Erfolgsbeitrag“ sie leisten kann“.

Dr. Sonja A. Buholzer: « … diese klare Sprache mit klaren Statements brauchen also Männer, um die Frau zu verstehen, die mit ihm ganz oben in den Führungsetagen jenen Komplementärerfolg realisiert? Und zusammenfassend heisst das also auch, dass wir Frauen die Commitment-Sprache beherrschen und übersetzen in die Männersprache, wo wir nicht verstanden werden.»

„Genau, denn Frauen haben unglaubliche Fähigkeiten. Sie haben mehrheitlich auch viel mehr Intuition, Emotionen, Empathie, ein Gespür für Zusammenhänge und Prioritäten.“

Warum diese so schlecht genutzt würden seitens männlicher Top-Manager vermutet er zu wissen; Eine gewisse Arroganz verhindere möglicherweise einfach, sich täglich verbessern zu wollen. Die eigenen Schwächen zu sehen. Neues zu entdecken, sich zu entwickeln.“

Wenn vom Komplementärkönnen die Rede ist, werden Beispiele genannt, die Männer angesichts so viel weiblicher Vorzüge blass erscheinen lassen. Ihre Angst, in ihrer einfachen Gestricktheit erkannt zu werden, in den eigenen Reihen und im gewohnten Fahrwasser gestört zu werden, verhindere die „Sehnsucht“ nach diesen begabten Frauen. Man müsse diesen grossmehrheitlichen Männern auch ein wenig Angst machen, dass sie ohne diese Komplementarität, ohne Frauen on the top, ganz einfach in Zukunft nicht mehr genügen würden, dass sie schlecht werden, dass sie die Frauen für den eigenen Erfolg und das Sichern ihrer Pfründe brauchen. Männer seien rasch zufrieden mit allem. Eine Frau suche eher stetig nach Verbesserungen.

Und schliesslich appelliert er auch an die Frauen selber:

„Frauen müssen auch ihre eigene Sehnsucht mehr leben, solche top-Führungsjobs zu übernehmen, denn wir brauchen sie, die Frauen! Damit sie dies schaffen, müssen wir eine kritische Grösse der Frauenanteile auf C-level evozieren. Und da baue ich auf die Hartnäckigkeit von Frauen, die ich erlebt habe.“

Dr. Sonja A. Buholzer: «Ich fasse die für mich wichtigsten Punkte zusammen: «Der Mut von uns Frauen zum Anders-Sein zu stehen und komplementär zum Mann bewusst neue Fragen, andere Perspektiven, Bewertungen und Prioritäten in bestehende Kulturen einzubringen, schafft erst Mehrwert. Ich nenne dies Diversity und Heterogenität, die wissenschaftlich nachgewiesen grösstmögliche Innovation und Ergebnisdichte bringen. Dass dies von Männern erst weibliche Akzeptanz schafft, ist ein eindrücklich einfacher Schlüssel zu den C-level-Positionen. Fachliche Expertise setze ich voraus. Herzlichen Dank für das Gespräch.»Das vorliegende Interview basiert auf Dr. Sonja A. Buholzers Buch: WOMAN POWER. Orell Füssli, 2014, ergänzt, überarbeitet und aktualisiert. All rights reserved

Dr. phil. Sonja A. Buholzer, M.A.

  • Frühere Ausbildungschefin/ Mitglied Direktion Bank.
  • Doktor der Philosophie (Universität Zürich), M.A. Master of Arts (State University New York), Management-Weiterbildung an der Universität Zürich/ permanente Leadershipweiterbildungen von Wolfsberg bis USA.
  • Sonja A. Buholzer ist seit 1994 Gründerin und Inhaberin der international tätigen Wirtschafts- und Unternehmensberatung VESTALIA VISION in Zürich.
  • Persönliche Beraterin / langjährige Sparring-Partnerin namhafter internationaler Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft/ Politik im In- und Ausland. Persönlicher Coach auch zahlreicher Managerinnen, JungunternehmerInnen und nationaler Familienkonzerne im Prozess des Generationenwechsels.
  • Wirtschafts-Referentin/ Keynote-Sprecherin/ Teilnehmerin Panel- und Podiumsdiskussionen/ Moderatorin von Wirtschafts-Veranstaltungen und -Kongressen im In- und Ausland.
  • Autorin von zehn Bestsellern/Managementbüchern, darunter Bestseller wie SHARK LEADERSHIP, die in China und Norwegen erschienen, Nomination für den Deutschen Hörbuchpreis von SOLANGE DU LIEBST und etlichen Lizenzausgaben, darunter auch Hörbücher und Pocket Guides.  
  • Früher leitete sie u.a. die internationale Ausbildung einer Grossbank, später die Gesamtausbildung einer andern Schweizer Bank und war damals eine der jüngsten (und wenigen) Frauen in den Bankdirektionsetagen, Mitglied der Geschäftsleitung/  Verwaltungsrätin diverser Unternehmen. Gerade deshalb berät und coacht sie auch mit viel Herzblut zahlreiche Unternehmerinnen und Frauen in weltweiten Managementpositionen bis hin zu exklusiven Female Executive Placements und Diversity-Programmen.

Ausbildung / Werdegang / Engagements

Studium der Literaturwissenschaft, Philosophie, Literaturkritik und Geschichte an der Universität Zürich, 1987 Promotion zur Dr. phil., 1984-1985 wissenschaftliche Assistentin und Lehrbeauftragte an der State University of New York, 1985 Master of Arts (M.A.), Management-Weiterbildung an der Universität Zürich.

Sonja A. Buholzer ist Trägerin des Paul Harris Fellow. Sie war Rotary-Präsidentin und mehrjähriges Vorstandsmitglied, vieljährige Elektorin des Unternehmerinnen-Preises Schweiz.

Heute ist sie nebenbei auch Stiftungsrätin in ethisch-nachhaltigen Organisationen und engagiert für Frauen im Management.

Sonja A. Buholzer ist brevetierte Tauch-Instruktorin und ausgebildete Haitaucherin mit Hunderten von Haitauchgängen, über deren Begegnungen sie in zwei Managementbüchern den Transfer zum Verhalten über Wasser macht. Die Begegnungen mit Haien, das Studium ihrer territorialen Verhaltensweisen und Angriff- und Verteidigungsstrategien sind immer wieder Gegenstand von Coaching-Gesprächen.

Sonja A. Buholzer lebt in Zürich und ist als Executive Coach und Referentin weltweit tätig.